Corona: Reporter im Home-Office

So arbeitet der Hellweger Anzeiger in der Corona-Krise

Der Informationsbedarf ist riesig: Der Hellweger Hellweger Anzeiger berichtet auf allen Kanälen über die Corona-Krise. Wie die Redaktion jetzt arbeitet, erzählt Redakteur Carsten Fischer. .

Um unsere lokale Geschäftswelt in Zeiten von Corona bestmöglich zu unterstützen, bieten wir allen Dienstleistern, Händlern und Unternehmen kostenlose Ankündigungen in unserer Zeitung und unserem online-Portal hellwegeranzeiger.de an. Ihre Information kann sich auf wichtige Hinweise, Angebotshinweise oder Unterstützung für Bedürftige beziehen. Bitte nutzen Sie dafür ausschließlich das Formular auf unserem Nachrichtenportal. Wir versuchen, schnellstmöglich Ihre Nachrichten und Hinweise zu veröffentlichen.

In Corona-Zeiten gilt: Bitte nicht zu nah kommen! Dazu fällt mir ein Rat des früheren Tagesthemen-Moderators Hanns Joachim Friedrichs ein: „Distanz halten!“.

Der Spruch galt natürlich für die professionelle Distanz, die Journalisten einhalten sollen zu den Themen und zu den Menschen, über die sie berichten. In der Corona-Krise bekommt dieser Leitspruch durch das „Social Distancing“ noch einen neuen Dreh. Trotzdem bleiben wir als Reporter nah dran – so nah, wie es aus dem Homeoffice und mit der Zwei-Meter-Abstandsregel eben geht.

Reporter berichten aus dem Home-Office

Die Corona-Krise krempelt das Leben vieler Menschen um – auch für die Redakteurinnen und Redakteure beim Hellweger Anzeiger. Die Redaktionsräume im Verlagshaus in Unna und im Pressehaus in Kamen haben sich geleert – genauso wie die Terminkalender. Seit Dienstag, 17. März, arbeiten fast alle Reporter von zu Hause aus. Von dort geht es los zur Vor-Ort-Recherche.

Zwei Tage lang habe ich meine Artikel vom Esstisch im Wohnzimmer aus geschrieben, weil meine Frau, eine Lehrerin, den Schreibtisch im Arbeitszimmer braucht, um ihre Schüler mit Aufgaben zu versorgen. Jetzt habe ich ein Büro unterm Dach eingerichtet.

Schöne Aussicht und Katze im Videochat

Nur meine Kollegin Claudia Pott hat eine schönere Aussicht aus ihrem Fenster, wie sie mir im Videochat bei der Redaktionskonferenz gezeigt hat. Jetzt weiß ich auch, dass Kollege Christoph Schmidt durch seine Katze im Homeoffice nicht allein ist und Michael Dörlemann als bekennender BVB-Fan sogar sein Bücherregal im Wohnzimmer in Schwarz-Gelb dekoriert hat.

Nur noch wenige Kolleginnen und Kollegen halten die Stellung im Büro. Es ist Mittwoch, 18. März. Schulen, Kitas und viele Läden sind geschlossen. Chef vom Dienst Alexander Heine klinkt sich von seinem Platz im Verlagshaus in die wohl erste Telefon-Pressekonferenz in der Geschichte des Kreishauses in Unna ein. Landrat Michael Makiolla verkündet dabei eine sprunghafte Steigerung der Infektionszahlen.

„46 laborbestätigte Fälle, riesige Steigerung!“, schreibt Alexander Heine noch während der Pressekonferenz in den redaktionsinternen Chat. „Gestern noch 25, bitte sofort pushen!“, lautete seine Anweisung. Ich und mein Kollege Dirk Becker lesen mit und reagieren. „Pushen“ heißt, die Nachricht sofort über die HA-App zu verbreiten. Außerdem wird der kostenlose Liveblog zur aktuellen Lage im Kreis Unna aktualisiert. Dieser ist allen Nutzern frei zugänglich. Unsere Kundinnen und Kunden müssen nicht warten, bis die Zahl und die Hintergründe morgen in der Zeitung stehen, sondern wir sind mit unseren Digitalangeboten ein ständiger Lebensbegleiter für alle, die ein Smartphone dabei haben.

Mein Homeoffice hat natürlich keine Videowand wie in der Redaktion, wo wir sehen können, wie viele Abonnenten auf unsere Digitalangebote zugreifen. Diese Zahlen verrät mir aber auch mein Laptop. Seit dem Beginn der Corona-Krise klicken immer mehr Leserinnen und Leser auf www.hellwegeranzeiger.de, lesen die Artikel in der E-Zeitung und benutzen die App. Die Nachfrage nach zuverlässigen Informationen ist in der Krise hoch – und deshalb hat Chefredakteur Volker Stennei zur Ausweitung und Koordination der Corona-Berichterstattung ein zusätzliches „Content Team“ gebildet.

Morgens wache ich auf und fühle mich oft so, als hätte ich bloß einen schlechten Traum gehabt. Das Virus löst Sorgen um die Familie, Freunde und Kollegen aus – und auch die Frage, ob unsere Demokratie und unsere Gesellschaft die Krise unbeschadet überstehen werden. In dieser Notsituation ist es toll zu sehen, wie Menschen zusammenhalten. Uns erreichen täglich viele Beispiele von Helden des Alltags, die dafür sorgen, dass das öffentliche Leben nicht ganz lahmgelegt wird. Unser radelnder Fotoredakteur Stefan Milk hat einige von ihnen fotografiert (natürlich mit dem nötigen Abstand). „Ich erlebe, dass die Menschen sehr verantwortungsbewusst mit der Situation umgehen. Man redet auf Distanz“, sagt er. Nur noch selten passiert es ihm wie Donnerstagmorgen, dass ihm jemand unwillkürlich die Hand zur Begrüßung entgegenstreckt.

Unser letztes persönliches Meeting hatten wir am vorigen Montag in der täglichen Redaktionskonferenz. Jeden Tag um 9.30 Uhr sind bislang die Konferenzräume im Pressehaus in Kamen sowie im Verlagshaus in Unna per Videoschalte verbunden gewesen. Chefredakteur Volker Stennei verkündete, dass wir ab sofort vorsichtshalber zu Hause arbeiten sollen. Für unsere eigene Gesundheit, aber auch für die Gesundheit des Unternehmens, das gerade erst das 175-jährige Bestehen gefeiert hat. Ein Corona-Verdachtsfall könnte unseren Betrieb lahmlegen, das wollen wir nicht riskieren. Erst bei diesem Meeting wurde mir bewusst, wie ernst die Situation ist.

Wie lange es jetzt so weitergeht, wissen wir nicht. Wir müssen die Lage jeden Tag neu bewerten. Wir erreichen jetzt in Krisenzeiten so viele Leserinnen und Leser wie sonst nicht, was eine große Verantwortung ist. Ich finde es gut, was Verleger Hans-Christian Haarmann und Chefredakteur Volker Stennei diese Woche in einer Hausmitteilung über die Rolle der Presse geschrieben haben: „Wir können in den nächsten Wochen einmal mehr unter Beweis stellen, dass wir eine elementare Säule für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft sind und die Einordnung unserer Arbeit in die Gruppe der ,kritischen Infrastruktur‘“ neben Polizei, Krankenhäusern, Lebensmitteln etc. absolut gerechtfertigt ist.“

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